Aileen Heggen (HR): „Bei uns gilt: Du kannst alles werden, wenn du genug Energie, Ehrgeiz und Talent mitbringst.“

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Aileen, du bist jetzt seit zwei Jahren als HR-Managerin dabei. Was begeistert dich an der Arbeit bei wertfaktor?

Als ich im Oktober 2019 bei wertfaktor als HR-Managerin starten durfte, fand ich eine grüne Wiese mit einer Menge Gestaltungsspielraum vor. Meine ersten Berufserfahrungen habe ich bereits im Agenturumfeld und im Recruiting-Bereich gesammelt. Durch das erste Gespräch mit Christoph wusste ich genau, wohin die Reise gehen soll – welche Mission gestartet wird, welche Vision umgesetzt werden soll und welche Erfolge erzielt werden müssen.

Nun konnte ich all mein Know-how in einem Start-up einbringen, wurde gehört und bin stolz, gemeinsam mit meinen Heads und KollegInnen heute 50 sehr gute MitarbeiterInnen für alle Bereiche begeistert zu haben und die Mission gemeinsam auf den richtigen Weg gebracht zu haben.

Außerdem begeistert mich das Produkt von wertfaktor: Christoph und Alexander haben sich vor drei Jahren vorgenommen, einen ganzen Markt zu revolutionieren. Pioniere zu sein! Jetzt sind wir mitten in der Revolution angekommen. Um auf diesem Weg auch mal starke Stürme zu überstehen, braucht man das beste Team mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Charakteren, was genau in diesen Momenten anpackt und dagegenhält.

Immobilien und Finanzen gelten bei jüngeren Menschen oft als etwas angestaubte Branchen. Wie überzeugst du junge BewerberInnen, die es vielleicht eher in vermeintlich hippe Bereiche wie Fashion und Lifestyle zieht?

Die hohe Resonanz auf unsere Stellenausschreibungen spiegelt uns eher den umgekehrten Fall: Die BewerberInnen, die es in das Erstgespräch geschafft haben, sollten ehrlich und überlegt antworten und Ihre Leidenschaft für die Kultur unseres Unternehmens zeigen. Besonders die Frage „Warum wertfaktor?“ wird im Bewerbungsgespräch intensiv besprochen. Die Antwort der BewerberInnen muss authentisch und überzeugend sein. Denn sie spricht für die Bandbreite an Qualitäten, die wertfaktor bei neuen BewerberInnen sucht.

Ein Wert des Unternehmens lautet zum Beispiel „Wir sind eine Familie“. Alle 50 MitarbeiterInnen sind durchweg ÜberzeugungstäterInnen, brennen für das Unternehmen und sind stolz darauf, ein Teil der Familie zu sein. Dieses Mindset hat mich damals überzeugt, dazugehören zu wollen. Zugegeben, zu diesem Zeitpunkt waren gerade einmal 10 MitarbeiterInnen eingestellt.

Auf welche fachlichen Qualifikationen achtest du ­– neben der Begeisterung für das Unternehmen – besonders?

Lebensläufe zu vergleichen, ist relativ einfach. Und es ist deswegen in Unternehmen oft das Mittel der Wahl, um BewerberInnen einzuschätzen und auszusortieren. Wir begegnen unseren AnwärterInnen jedoch auf Augenhöhe und suchen für ausgewählte Abteilungen sogar Leute mit flexibleren beruflichen Hintergründen. Somit haben wir ein sehr diversifiziertes Team in der Beratung. Die MitarbeiterInnen kommen aus dem Tourismusbereich, der Hotellerie oder aus dem Projektmanagement. Im Kontakt mit den KundInnen sind: gute Kommunikation, Eloquenz und ein Gespür für den Menschen gefragt. Das notwendige Fachwissen im Bereich Immobilien und Finanzen vermitteln und coachen wir nachträglich.

Natürlich zählen auch High Potentials mit fachlichen Ausbildungen und Abschlüssen zu den wichtigsten Ressourcen eines jeden Unternehmens. Sowohl im Marketing- als auch im Finance-Bereich ist das unumgänglich.

Grundsätzlich gilt jedoch: Je vielfältiger das Team ist, desto besser. Eine möglichst große Diversität an Menschen unterschiedlicher Ausbildung, Herkunft und unterschiedlichen Geschlechts, die das Team bilden, schaffen eine Grundlage für innovative Ideen, die den Bedürfnissen und Ansprüchen unserer globalisierten Gemeinschaft gerecht werden.

Gibt es No-Gos?

Nein. Sprünge oder Lücken im Lebenslauf sind keine Ausschlusskriterien, wenn sie gut erklärt werden. Sollte das Profil einer Person nicht auf die angestrebte Vakanz zugeschnitten sein, ziehen wir intern sogar noch einmal andere Vakanzen in Betracht und prüfen, ob es Parallelen gibt.

Wie läuft euer Bewerbungsprozess ab?

Nach Einreichung der Bewerbungsunterlagen bekommen alle KandidatInnen innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung. Wenn wir Top-Talente gewinnen wollen, müssen wir schnell reagieren und eine Top-Candidate-Journey ermöglichen. Das folgende Erstgespräch findet inzwischen wieder persönlich (unter Berücksichtigung eines ausgearbeiteten Hygienekonzeptes) mit jemandem aus dem Fachbereich und mit mir statt. Im Erstgespräch konzentrieren wir uns primär auf die Art der Beantwortung unserer Fragen und auf den Cultural Fit. BewerberInnen, die uns fachlich und menschlich überzeugen, laden wir zu einem Zweitgespräch ein, bei dem auch eine Abteilungsleitung anwesend ist.

Während aller Gespräche ist es uns wichtig, dass uns die BewerberInnen nicht etappenweise durch ihren Lebenslauf führen, sondern uns mit ihren Inhalten begeistern.Dabei möchten wir von Ihnen wissen, was sie an wertfaktor, am Produkt und an der Position besonders reizt. Wir möchten den persönlichen Mehrwert, den sie für das Unternehmen mitbringen, herauskitzeln.

Jetzt kommt die Besonderheit von wertfaktor: Nach jedem Gespräch sind die BewerberInnen aufgefordert, innerhalb von 24 Stunden ihr offenes und ehrliches Feedback zu schicken. Uns ist es wichtig, dass sich die KandidatInnen bewusst mit der angestrebten Rolle und unseren Werten auseinandersetzen und identifizieren können. Wenn wir uns für eine Person entschieden haben, folgen die Verhandlung der Rahmenbedingungen und der Entwurf des Arbeitsvertrages.

Und wie siehts mit dem anschließenden Onboarding aus?

Um einen reibungslosen ersten Arbeitstag gewährleisten zu können, bekommen alle neuen MitarbeiterInnen vor ihrem Start eine Begrüßungs-Mail zugeschickt, in der alle wichtigen Informationen zusammengefasst sind (Arbeitsbeginn, Ablauf, Equipment etc.). Intern werden immer PatInnen zugeteilt, die sich in den ersten Wochen um die neuen MitarbeiterInnen kümmern und eine persönliche Betreuung gewährleisten. Das PatInnen-System beinhaltet typische Dinge wie Büroorganisation, allgemeine HR-Themen, gemeinsame Mittagessen, aber auch unterschiedliche Onboardings in den einzelnen Fachbereichen.

Der Onboarding-Prozess erstreckt sich über mehrere Wochen. Grundsätzlich ist es uns sehr wichtig, dass unsere neuen MitarbeiterInnen eng mit den erfahrenen KollegInnen zusammenarbeiten, um sich Schritt für Schritt mit Prozessen vertraut zu machen und dabei wichtige Fragen stellen zu können.

Da der erste Eindruck meist der entscheidende ist, denken wir natürlich gleich zu Beginn an tolle Give-aways und einen schön geschmückten Happy-Welcome-Tisch. Ganz abgesehen von unseren vielen Employee Benefits …

Thema Weiterbildung und Aufstiegschancen: Welche Karrieremöglichkeiten haben MitarbeiterInnen bei wertfaktor?

Die Entwicklung unserer MitarbeiterInnen ist mir enorm wichtig. Wir haben für jede Person im Unternehmen ein Weiterbildungsbudget vorgesehen, und im Jahresgespräch wird individuell geklärt, wofür es verwendet wird. Die Grundlage für die Entscheidung, welche Weiterbildung wir buchen, basiert sowohl auf den Wünschen der MitarbeiterInnen als auch auf unserer Einschätzung sowie der der AbteilungsleiterInnen. Von kleinen Seminaren bis zu größeren Fortbildungen oder Coachings ist alles möglich.

Einen stringenten Karriereweg wie in großen Unternehmen gibt es bei uns allerdings nicht. Bei uns gilt: Du kannst alles werden, wenn du genug Energie, Ehrgeiz und Talent mitbringst. Es gibt mehrere Beispiele für MitarbeiterInnen, die sich in den letzten Jahren rasant entwickelt haben. Lara fing vor zwei Jahren als Kundenberaterin bei uns an und leitet inzwischen ein neunköpfiges Team. Sie macht einen hervorragenden Job und ihre Reise bei wertfaktor ist noch lange nicht vorbei.

Bereits bei der Einstellung von MitarbeiterInnen führen wir eine Potenzialanalyse durch: Welches Potenzial bringen MitarbeiterInnen mit – und welche Weiterentwicklung muss ermöglicht werden, um sie an ihr Ziel zu bringen? Eine Mitarbeiterin bewarb sich damals zum Beispiel für den Bereich Kundenberatung. Im Laufe des Vorstellungsgespräches entwickelte sich allerdings ein Interesse für den B2B-Bereich, der sich aufgrund von Erfahrungen und Kenntnissen auch als Option erschloss. Aktuell baut sie ihre eigene Abteilung auf.

Talent Relationship Management ist uns enorm wichtig. Durch ein offenes Ohr und die Umsetzung der Wünsche und Ziele der MitarbeiterInnen versuchen wir eine langfristige Beziehung aufzubauen und zu festigen. Denn wenn jemand Lust darauf hat, mehr Verantwortung zu übernehmen, wären wir doch ein schlechter Arbeitgeber, wenn wir darauf nicht hören würden!

Du hast schon erwähnt, dass gerade im Sales-Bereich viele fachliche Hintergründe aufeinandertreffen. Wie divers ist wertfaktor grundsätzlich aufgestellt, zum Beispiel bezüglich Geschlechterverhältnis, Altersstruktur und Lebensmodellen?

Die unterschiedlichen Lebensmodelle fangen bei uns im Kleinen an. Wenn sich jemand dazu entschließt, einen Motorradführerschein machen zu wollen, und dafür eine Stunde früher gehen muss, finden wir Lösungen.

Auch Homeoffice ist ein großes Thema: Wir arbeiten gerade an einem Hybrid-Modell, mit dem wir die Arbeit nach dem aktiven Teil der Pandemie attraktiver gestalten können, sodass sich sowohl für die MitarbeiterInnen als auch für das Unternehmen ein Mehrwert erschließt.

Eins steht allerdings fest: Wir werden niemals ein Unternehmen sein, dass fünfmal die Woche Homeoffice anbietet – das ist wertfaktor einfach nicht. Aber wir werden mit allen MitarbeiterInnen ein gewisses Monatskontingent vereinbaren, in dessen Rahmen alle mit Ihrer Führungskraft abstimmen können, wie viel von zu Hause gearbeitet wird.

Neben Homeoffice ist auch Elternzeit ein wichtiges Thema – sowohl für Mütter als auch für Väter. In den letzten zwei Jahren sind fünf gesunde wertfaktor-Babys dazugekommen. In dieser Zeit haben drei Männer Elternzeit beantragt – genau diese Art von Wandel fördern und unterstützen wir. Denn die heutige Personalarbeit braucht vor allem ein anderes Mindset: proaktiv, diverser, viel familienfreundlicher ausgerichtet und dicht am Puls der Veränderung!

Wir sprechen von Werten und einer Familienatmosphäre – da ist es selbstverständlich, dass auch die Familien unserer MitarbeiterInnen bei uns einen hohen Stellenwert haben.