Fenster austauschen – dann ist es nötig

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Alte Fenster sind oft die größten Energiefresser einer Immobilie. Die Fenster austauschen oder renovieren zu lassen, kann verhindern, dass bis zu 20 % der Raumwärme verloren geht. Viele Maßnahmen rund ums Fensteraustauschen kosten allerdings auch nicht wenig. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wann es sich für Sie lohnt, Ihre Fenster erneuern zu lassen, welche Vorteile dadurch auf Sie warten und welche Finanzierungsmöglichkeiten es gibt.

Gründe für den Austausch von Fenstern

Kennen Sie das: Sie haben ständig das Gefühl, dass es zieht? Im Winter drehen Sie Ihre Heizung zwar voll auf, es ist aber trotzdem kalt in der Nähe der Fenster und manchmal bilden sich sogar Eisblumen und Kondenswasser? Das können Hinweise darauf sein, dass Ihre Fenster über keine ausreichende Wärmedämmung verfügen.

In Deutschland gibt es noch viele alte Fenstermodelle, die nicht energieeffizient sind und Winter für Winter die Heizkosten nach oben treiben. Darüber hinaus sind alte Fenster mit Einfachglas oder maroder Dichtung auch verantwortlich für ein unangenehmes Raumklima – ganz zu schweigen vom schädlichen Umweltfaktor.

Zahlen und Fakten: Alte Fenster sind Klimasünder und Energiefresser

Die Zahlen sprechen für sich: Allein durch Dämmung und bessere Fenster könnten manche Ein- und Zweifamilienhäuser 55 % ihres Energiebedarfs einsparen. Zu dem Schluss kommt die Initiative „Zukunft Zuhause – Nachhaltig sanieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU).

Nach einer laufend erneuerten Studie des Verbandes Fenster und Fassade (VFF) und des Bundesverbandes Flachglas (BF) liegt das gesamte Einsparpotenzial für Fenster mit Einfachglas bei rund 8 Milliarden Kilowattstunden und rund 1,9 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Die Kosten, die es verursacht, durch den Fensteraustausch Energie einzusparen, liegen dabei schon heute unter dem aktuellen Energiebezugspreis. Doch neben dem Energie-, Umwelt- und Kostenfaktor gibt es noch weitere Vorteile, die alten Fenster erneuern zu lassen.

Die Vorteile neuer Fenster im Überblick

Ein Fensteraustausch oder eine Sanierung alter Fenster kann folgende Vorteile mit sich bringen:

Wann lohnt es sich, alte Fenster austauschen zu lassen?

Es gibt viele gute Gründe für energieeffiziente Fenster. Doch nicht in jedem Fall lohnt es sich, die Fenster komplett auszutauschen. Entscheidend ist vor allem die Art der Verglasung Ihrer aktuellen Fenster und der entsprechende U-Wert.

Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient. Er gibt an, wie viel Wärme durch einen festen Körper, z. B. eine Wand oder ein Fenster, durchgeht. Je höher der U-Wert eines Fensters ist, desto weniger schützt es vor Wärmeverlust – und desto eher lohnt sich eine Sanierung oder sogar ein Austausch der Fenster.

Welche Art von Verglasung liegt vor?

Wenn Ihr Fenster vor 1995 eingebaut wurde, lohnt sich ein Fenstertausch sehr wahrscheinlich. Denn bis dahin wurden überwiegend Einfachfenster, sogenannte Verbund- und Kastenfenster oder Fenster mit unbeschichtetem Isolierglas verbaut. Diese Fenstertypen gelten als veraltet, weil sie eine schlechte Wärmedämmung aufweisen. Sie haben einen durchschnittlichen U-Wert zwischen 2,7 und 4,7 W/(m²K). Zum Vergleich: Mit der Energieeinsparverordnung 2009 ist für neue Fenster die Mindestanforderung von 1,3 W/(m²K) vorgegeben.

Von 1995 bis 2008 wurden überwiegend Fenster mit Zweischeibendämmglas verarbeitet und seit 2005 sind Fenster mit Dreischeibendämmglas im Umlauf. Diese Modelle gelten als gute Wärmedämmer und erreichen einen durchschnittlichen U-Wert von 1,5 mit zwei Scheiben und 1,1 mit drei Scheiben. Solche Fenster austauschen zu lassen, ist daher in der Regel noch nicht erforderlich. Seit 2016 gibt es auch Vierfachverglasungen, die sogar einen U-Wert von 0,4 erreichen.

Fenster austauschen: Nach wie vielen Jahren?

Wenn Ihre Fenster älter als 20 Jahre alt sind, sollten Sie am besten prüfen lassen, wie hoch der U-Wert ist. Je nachdem könnte sich ein Fensteraustausch für Sie lohnen.

Welche Arten von Rahmungen für Fenster gibt es?

Kunststoffrahmen: Sie haben den Vorteil, dass sie kostengünstig, sehr pflegeleicht und variabel sind. Außerdem verfügen sie über eine gute Wärmedämmung und sind in der Regel langlebig. Nachteile sind, dass die Herstellung energieintensiv ist und Kunststoffrahmen nur schlecht ausgebessert werden können. Gehen sie kaputt oder vergilben, müssen die Fenster oft komplett ersetzt werden. Das macht Kunststoffrahmen zu keiner ressourcenschonenden Variante.

Aluminiumrahmen: Sie haben eine sehr lange Lebensdauer, sind witterungsbeständig und besonders stabil. Aluminiumrahmen lassen zudem gestalterisch oft kaum Wünsche offen. Dafür sind sie aber auch die teuerste Variante bei Rahmungen und lassen sich wie Fenster mit Kunststoffrahmen nur schwer reparieren. Außerdem ist ihre Wärmedämmung nicht optimal.

Holzrahmen: Sie sind aufgrund ihrer Haptik, Optik und der verwendeten nachwachsenden Rohstoffe besonders beliebt. Holzrahmen bieten darüber hinaus auch eine gute Wärmedämmung und haben eine lange Lebensdauer – allerdings erfordern sie dafür auch regelmäßige Pflege und sind teurer als Fenster mit Kunststoffrahmen. Da Holzrahmen vielfach ausgebessert werden können, gelten sie als nachhaltige Lösung. 

Tipp: Es gibt auch Fensterrahmungen aus Holz und Aluminium. So lassen sich die Vorteile der guten Wärmedämmung des Holzes mit der Robustheit des Aluminiums kombinieren.

Fenster austauschen: Kosten und Möglichkeiten

Es gibt drei Möglichkeiten, Ihre Fenster erneuern zu lassen. Welche Lösung die beste für Sie ist, hängt im Wesentlichen vom Alter und Zustand Ihrer Fenstergläser, Dichtungen und Rahmungen ab.

  1. Fenster ausbessern: Sind Ihre Fenster noch vergleichsweise neuwertig und haben eine Zweischeiben- oder Dreischeibendämmung, reicht womöglich eine Ausbesserung. Vor allem kleinere Blessuren bei Holzrahmen lassen sich leicht ausbessern und übermalen. Zudem können die Dichtungen oder Fenstergriffe durch neue ersetzt werden. Die Kosten der Fensterausbesserung bleiben je nach eingesetzten Materialien und Zuhilfenahme eines Profis wahrscheinlich unter 100 Euro. Die Wärmedämmung wird auf diese Weise allerdings nur leicht verbessert.
  2. Fenstersanierung: Kosten einsparen können Sie in manchen Fällen auch mit dieser Methode, da das vorhandene Material weiterverarbeitet wird und Sie in keinen kompletten Neueinbau investieren müssen. So können Sie zum Beispiel nur die Fensterscheibe austauschen lassen. Vor allem bei historischen Gebäuden wird dem Erscheinungsbild zuliebe häufig auf den kompletten Austausch der Fenster verzichtet. Sind Ihre Fenster jedoch baufällig, von Schimmel befallen oder veraltet, stehen die Kosten der Fenstersanierung und ihr Aufwand häufig nicht im Verhältnis zum erreichbaren Ergebnis. Langfristig gesehen ist es dann oft günstiger, die kompletten Fenster wechseln zu lassen.
  3. Fenstersanierung: Kosten einsparen können Sie in manchen Fällen auch mit dieser Methode, da das vorhandene Material weiterverarbeitet wird und Sie in keinen kompletten Neueinbau investieren müssen. So können Sie zum Beispiel nur die Fensterscheibe austauschen lassen. Vor allem bei historischen Gebäuden wird dem Erscheinungsbild zuliebe häufig auf den kompletten Austausch der Fenster verzichtet. Sind Ihre Fenster jedoch baufällig, von Schimmel befallen oder veraltet, stehen die Kosten der Fenstersanierung und ihr Aufwand häufig nicht im Verhältnis zum erreichbaren Ergebnis. Langfristig gesehen ist es dann oft günstiger, die kompletten Fenster wechseln zu lassen.

Staatliche Förderung für den Fenstertausch

Möchten Sie die Energieeffizienz Ihrer Immobilie verbessern, haben Sie die Möglichkeit, eine staatliche Förderung zu beantragen. Förderprogramme für neue Fenster oder energetische Fenstersanierungen bietet zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Voraussetzungen dafür, dass Sie einen KfW-Zuschuss oder -Kredit für neue Fenster erhalten, sind

Fazit

Es gibt viele Möglichkeiten, Fenster austauschen bzw. erneuern zu lassen. Prüfen Sie, welche Variante bei Ihrer Art von Fenstern für Sie infrage kommt. Wenn Sie sich selbst die Montage von neuen Fenstern nicht zutrauen, sollten Sie Fachkräfte beauftragen. Holen Sie sich dafür am besten mehrere Angebote ein und vergleichen Sie diese gründlich.

Sie haben noch weitere Fragen zum Fenstertausch und Ihren Fördermöglichkeiten? Die Energieberatung der Verbraucherzentrale hilft Ihnen gern kostenlos weiter.