Fußbodenheizung nachrüsten – so funktioniert es

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Wussten Sie, dass bereits die Römer der Antike ihre Thermen und Wohnhäuser mit einer Fußbodenheizung ausgestattet haben? Damals waren aufwändige Konstruktionen unterhalb der Räume sowie ein Brennofen außerhalb des Gebäudes notwendig, und bis zur völligen Durchwärmung eines Raumes konnte es je nach Größe einen bis zwei Tage dauern. Die Anlagen der Römer hatten zudem einen sehr hohen Energieverbrauch – damals wurde mit Holz geheizt – und eine Nachrüstung war nahezu unmöglich.

Heute ist es mit modernen Technologien kein großes Problem mehr, eine Fußbodenheizung nachzurüsten, wenn das betreffende Gebäude geeignet ist. Im Gegensatz zur antiken Variante, bei der die Wärme mittels heißer Luft unter dem Fußboden erzeugt wurde, geschieht dies heute in der Regel mit Warmwasser, seltener auch auf elektrischem Wege.

Eines haben die über 2.000 Jahre alten und die jetzigen Systeme allerdings gemein: Sie schaffen ein Wohnklima wie kaum eine andere Heizung und eröffnen mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Innenräume, da keine störenden Heizkörper oder Öfen Platz wegnehmen.

Wann macht es Sinn, eine Fußbodenheizung nachzurüsten?

Um es gleich auf den Punkt zu bringen: Nicht jedes Gebäude eignet sich für die Nachrüstung mit einer Fußbodenheizung. Dies gilt vor allem für Altbauten. Das Haus sollte bezüglich der Wärmedämmung entweder dem Stand der Energiesparverordnung (EnEV) entsprechen oder aber Möglichkeiten zur Installation dieser geforderten Wärmedämmung bieten.

Die EnEV schreibt vor, wie hoch der Wärmedurchgang bei Fenstern, Wänden, Decken und Böden maximal sein darf und welcher Energieverbrauch eines Heizungssystems erlaubt ist. Altbauten erfüllen diese Vorgaben normalerweise nicht, sondern bedürfen zuerst einer Grundsanierung, bevor sich die Nachrüstung mit einer Fußbodenheizung lohnt.

Ohne eine ausreichende Wärmedämmung auch des Bodens kann allenfalls die Basislast abgedeckt werden, so dass an sehr kalten Tagen oder bei Dauerfrost zusätzliche Heizkörper eingeschaltet werden müssen. Eine weitere Rolle spielt die Wärmeleitfähigkeit des Bodenbelags.

In neueren Gebäuden macht eine Nachrüstung Sinn, wenn Sie konventionelle Heizkörper als störend empfinden, weil Sie Ihre Gestaltungsspielräume einengen oder auch einfach nicht als zum übrigen Ambiente passend empfunden werden. Darüber hinaus kann eine Fußbodenheizung dazu beitragen, den Verbrauch von Energie und damit wertvollen Ressourcen zu reduzieren.

Als Flächenheizung erzeugt sie eine Wärme, die nicht nur punktuell wie bei einem Heizkörper, sondern großräumig abgestrahlt wird. Sie benötigt eine geringere Vorlauftemperatur als klassische Systeme, was die Energieeinsparung bewirkt. Wenn Sie sich für die Nachrüstung einer Fußbodenheizung entscheiden, schonen Sie also nicht nur Ihr Budget, sondern auch die Umwelt.

Die Vorteile sind auf den Punkt gebracht:

Welche Möglichkeiten der Nachrüstung gibt es?

Die gängigsten Verfahren für den Einbau einer Fußbodenheizung sind das Nass- und das Trockensystem. Welches System für Ihr Haus oder Ihre Wohnung in Frage kommt, hängt zum einen von der Statik des Gebäudes, zum anderen von der Aufbauhöhe ab.

Beim Nasssystem werden zunächst die Rohre verlegt und anschließend mit einem flüssigen Heizestrich umhüllt, so dass sie optimal im Boden eingeschlossen sind. Allerdings beträgt die Aufbauhöhe dann ungefähr sieben bis zehn Zentimeter. Holzbalkendecken in einem Altbau halten solchen zusätzlichen Belastungen unter Umständen nicht Stand, deshalb sollte vorher unbedingt eine Überprüfung durch einen Fachbetrieb erfolgen. Ein weiteres Problem kann sich durch die Aufhöhe bei den Türabschlüssen ergeben. Die Türen dann entsprechend anzupassen, kann sehr aufwändig sein und verteuert insgesamt die Nachrüstung.

Die Verlegung mit einem Trockensystem hat den Vorteil, dass die Installation wesentlich unkomplizierter ist und auch die Aufbauhöhe deutlich niedriger ausfällt. Meist kann die Fußbodenheizung hier direkt auf den alten Untergrund aufgebracht werden, sofern dieser eben und ausreichend sauber ist. Letzteres muss sein, damit die benötigte Ausgleichsmasse nach der Verlegung der Rohre optimal haften bleibt. Es gibt auf dem Markt auch vorgefertigte Elemente aus 18 bis 20 mm hohen Gipsfaserplatten, die eine Nachrüstung vereinfachen. Sie verfügen über vorgefräste Noppen, zwischen denen die Leitungen verlegt und anschließend mit Füllmasse umschlossen werden.

Eine dritte Möglichkeit ist das Einfräsen. Wenn der vorhandene Estrich dafür geeignet ist – was Sie durch einen Fachbetrieb klären lassen sollten – werden die für die Rohre benötigten Kanäle einfach in den Boden eingefräst. In leere Spalten und Zwischenräume kommt danach auch wieder eine entsprechende Füllmasse.

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Welche Bodenbeläge sind für eine Fußbodenheizung geeignet?

Die Mehrzahl moderner Bodenbeläge lassen sich zusammen mit einer Fußbodenheizung nutzen. Grundsätzlich gilt, dass die Wärmeübertragung umso langsamer und träger verläuft, je dicker der Belag ist. Sie sollten auf jeden Fall die entsprechenden Angaben des Herstellers beachten. In Frage kommen Mehrschichtparkett und Laminat, Linoleum und Teppiche, keramische Beläge und Naturstein. Fliesen und Stein zum Beispiel haben eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit und heizen einen Raum deshalb am schnellsten auf.

Was kostet eine Nachrüstung?

Die Kosten für eine nachträgliche Installation hängen davon ab, wieviel Material und Aufwand für eine zusätzliche Dämmung anfällt, wieviel Ausgleichsmasse bei einem unebenen Untergrund aufgebracht werden muss und natürlich, wie groß die Fläche der betroffenen Räume ist. Am besten holen Sie sich mehrere Angebote von verschiedenen Fachbetrieben ein, um die Preise vergleichen zu können. Hier ein paar grobe Richtwerte:

Nasssystem:

Trockensystem:

Einfräsen:

Nutzen Sie die Expertise eines Fachbetriebs

Die Nachrüstung einer Fußbodenheizung sollten Sie nicht ohne die Beratung und Unterstützung eines Fachbetriebs vornehmen. Nur so können Sie sicher sein, dass alle erforderlichen Arbeiten korrekt durchgeführt werden. Er kann Sie auch ausführlich über Förderungsmöglichkeiten und teilweise Steuerbefreiungen informieren, die es für Haussanierer seit Anfang 2020 gibt.

Wenn Sie zum Beispiel nicht nur eine Fußbodenheizung nachrüsten, sondern auch Ihre alte Heizungsanlage erneuern bzw. optimieren, können Sie über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) staatliche Fördermittel in Form von einmaligen Zuschüssen oder günstigen Darlehen erhalten.