Im eigenen Zuhause alt werden – diese Fördermöglichkeiten gibt es für den altersgerechten Umbau

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„Ich möchte auf gar keinen Fall in ein Heim!“ Das wünschen sich viele Senioren, die nicht aus ihrer gewohnten Umgebung heraus möchten. Sie haben viel in ihre Immobilie hineingesteckt und wollen so lange wie möglich dort bleiben, wo sie sich wohlfühlen. Leider wurde noch bis vor einigen Jahre nicht universell gebaut, sodass sie sich mit zunehmenden Jahren nicht mehr problemlos in ihrer Immobilie bewegen werden können.

Viele Barrieren, wie schmale Treppenstufen, steile Zuwege, zu enge Türen, die nicht mit einem Rollstuhl durchquert werden können oder schlecht erreichbare Sanitäranlagen stehen dem bequemen Leben im eigenen Zuhause im Weg.

Die einzige Möglichkeit in der geliebten Immobilie im höheren Alter wohnen zu bleiben bringt einige Umbaumaßnahmen mit sich. Hierfür gibt es einige Fördermöglichkeiten, die Seniorinnen und Senioren nutzen können, die wir im Folgenden vorstellen.

Inhaltsverzeichnis

Welche Förderungen gibt es?

Generell kann man sich um eine bundesweite Förderung oder Fördermittel je nach Bundesland, bewerben. Zu den bundesweiten Maßnahmen zählt die Förderung der KFW Bank, die Zuschüsse sowohl zur Prävention von Einbrüchen als auch für altersgerechten Umbau vorsieht.

Dabei können Sie einen Kredit für altersgerechten Umbau „Kredit 159“ oder einen Investitionszuschuss für Barrierereduzierung, den „Zuschuss 455-B“ beantragen.

Daneben gibt es, um nur eines der vielen Modelle exemplarisch herauszugreifen, z.B. in Berlin eine Förderung, die einen Kredit speziell für altersgerechte Umbauten beinhaltet. Zentrale (Bau-)Elemente, die dabei berücksichtigt werden, sind:

Eine ausführliche Übersicht über die Förderungen je nach Region finden Sie hier.

Wie kann man Fördermittel erhalten?

Grundsätzlich können alle natürlichen Personen, die Eigentümer einer Immobilie sind, genauso wie Mieter von Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern einen Antrag stellen.

Auf der Website der KFW können Sie durch einen Vorab-Check mit wenigen Klicks prüfen, ob Sie eine Förderung für ihr Vorhaben bekommen würden.

Wie hoch fallen die Förderungen aus?

Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss, der nach Abschluss des Umbau-vorhabens aufs Konto überwiesen wird. Der Zuschusssatz beträgt für Einzelmaßnahmen 10 % der förderfähigen Investitionskosten pro Antrag und für den sogenannten Standard Altersgerechtes Haus, 12,5 % pro Antrag. Einen Antrag kann man stellen, wenn mindestens 2.000 Euro investiert werden.

Förderfähig sind Investitionskosten bis maximal 50.000 Euro pro Wohneinheit. Hierbei sind alle Zusagen aus „Altersgerecht Umbauen – Kredit und Investitionszuschuss (159/455)“ und Kreditzusagen von Landesförderinstituten seit dem 01.04.2009 zu berücksichtigen.

Wie läuft die Beantragung von Zuschüssen ab?

Haben Sie die richtige Förderung gefunden, können Sie diese in vier Schritten abarbeiten:

  1. Beratung vereinbaren: Bevor Sie mit dem Umbau beginnen, sollten Sie einen unabhängigen Experten zu Rate ziehen. Dieser überprüft die geplanten Maßnahmen und deckt eventuell Dinge auf, an die Sie noch nicht gedacht haben. Unabhängige Berater finden Sie z.B. über die Bundearbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V.
  2. Antrag stellen: Den Antrag auf Ihren Zuschuss oder ihren Kredit stellen Sie vor Beginn Ihres Umabus über das KFW-Zuschussportal. Dabei wählen Sie das Produkt „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“ (455) und den Verwendungszweck „Barrierereduzierung“ (siehe Punkt „Förderfähige Maßnahmen“). Eine Zusage erfolgt meist einen Tag nach Antragsstellung.
  3. Umbaumaßnahmen durchführen: Nach Erhalt der Zusage können die Baumaßnahmen starten. Sollte in seltenen Fällen die Bearbeitung des Antrages länger dauern, können Sie zwar bereits mit dem Projekt beginnen, allerdings haben Sie dann keine Garantie, dass ihr Antrag auch bewilligt wird.
  4. Nach Zusage Auszahlung erhalten: Um die Auszahlung des Zuschusses zu bekommen, reichen Sie im KFW-Zuschussportal die Rechnungen der abgeschlossenen Baumaßnahmen des Fachpersonals ein. Beim „Standard Altersgerechtes Haus“ benötigen Sie zusätzlich eine „Bestätigung nach Durchführung Standard Altersgerechtes Haus“ eines Sachverständigen.

Fazit

Prüfen Sie zunächst, ob sich ein Umbau Ihrer Immobilie zu einem Standard, der Ihnen ein barrierefreies Leben darin im höheren Alter ermöglicht, machbar ist.

Fragen Sie sich auch, ob Sie über ausreichend Unterstützung verfügen, um ein Umbauprojekt zu stemmen. Macht es Sinn, sich selbst um die Organisation zu kümmern, oder können Sie das Projektmanagement vielleicht abgeben?

Um eine Förderung für einen altersgerechten Umbau Ihrer Immobilie zu erhalten, lohnt es sich, sich ausreichend zu informieren und in jedem Fall die Beratung von Experten in Anspruch zu nehmen, um sichergehen zu können, dass alle Schritte korrekt ablaufen.

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Dieser Beitrag ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die hier bereitgestellten Informationen sollten Sie niemals als alleinige Quelle für Ihre Entscheidungen verwenden. Bitte beachten Sie, dass derzeit nicht alle KfW-Fördermaßnahmen möglich sind.