Klimafreundlich heizen – diese Möglichkeit haben Immobilien-Eigentümer.

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Zur Erreichung ihrer Klimaziele bis zum Jahr 2030 hat die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen beschlossen: Die festgelegte Marschrichtung besagt, dass Treibhausemissionen um 65 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 reduziert werden müssen.

Da die Heizung der größte Verursacher von CO2 im Haushalt ist, ist es wichtig zu wissen, wie man hier als Eigenheimbesitzer klimafreundlich handeln kann.

CO2 Bepreisung steigt bis auf 65 Euro

Anfang 2021 wurde der CO2-Preis eingeführt. Neben Diesel und Benzin betrifft er auch fossile Energieträger wie Heizöl und Erdgas. Eine Tonne kostet aktuell 25 Euro. In den kommenden Jahren sollen die Abgaben schrittweise steigen, bis sie 2025 einen Wert von 55 bis 65 Euro pro Tonne erreichen. Der Preis für Heizöl liegt derzeit bei acht Cent pro Liter.

Ziel der CO2-Bepreisung ist es, dass mehr Menschen auf klimafreundliche Heizmöglichkeiten umsteigen. Auch neue Ölheizungen dürfen ab 2026 nur noch in Ausnahmefällen eingebaut werden. Das geht aus dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) hervor, dass seit dem 1. November 2020 gilt.

Wärmewende als Teil der Energiewende

Knapp die Hälfte des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Raumwärme, Prozesswärme und Warmwasser. Es ist also zwingend nötig, die Wärmeversorgung umzugestalten, damit die Klimaziele erreicht werden.

Die Wärmewende als Teil der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende ist der Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung im Wärmesektor. Sie zielt darauf ab, Wärmeenergie einzusparen und den Wärmeverbrauch zu dekarbonisieren. Dies gelingt besonders durch die Nutzung erneuerbarer Energien.

Hausbesitzer müssen zwar nicht sofort handeln und ihre bestehenden Systeme erneuern, sich über umweltfreundlichere Heizmethoden zu informieren, zahlt sich aber für sie langfristig aus. Auch in puncto Kostenersparnis.

Klimafreundlich heizen mit Gasheizung

Eine Gasheizung erzeugt Wärme durch die Verbrennung von Gas. Neue Geräte sind deutlich energiesparender als Ältere. Um zu prüfen, wie klimafreundlich die Gasheizung ist, schaut man sich die Effizienzklasse an. Hierbei muss man auf einen hohen Nutzungsgrad, hohe Effizienz und geringe Emissionen achten. Gute Brennwertkessel liegen in der Effizienzklasse A.

Gasheizungen sind geräuscharm, platzsparend und sehr effizient bei der Umwandlung des Energieträgers. Nicht außer Acht zu lassen ist aber die bereits erwähnte Bepreisung von CO2. Gas wird in Zukunft teurer werden. Erdgas verursacht in der Verbrennung zwar weniger CO2-Emissionen als Erdöl oder Kohle, dennoch ist es ein fossiler Energieträger, der durch umweltfreundlichere Varianten ersetzt werden sollte.

Um den Gasverbrauch und CO2-Ausstoß weiter zu senken, lohnt es sich die Gasheizung mit einem regenerativen Energieträger zu verbinden. Das wird auch staatlich gefördert.

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Klimafreundlich heizen mit Wärmepumpe

Die Pumpe bezieht ihre Wärme aus erneuerbaren Energien wie Umgebungsluft, Erde oder Wasser. Wenn das Gebäude gut gedämmt ist, mit modernen Fenstern ausgestattet und über große Heizflächen wie Fußboden- und Wandheizung verfügt, lohnt es sich auf eine Wärmepumpe umzusteigen. Diese benötigen aber viel Strom. Deswegen ist es wichtig, dass die Pumpe effizient arbeitet.

Wie kann man dies messen? Anhand der Jahresarbeitszahl erkennt man die Effizienz. Je höher die Jahresarbeitszahl ist, desto effizienter die Heizung. Liegt diese über 3, ist die Wärmepumpe eine sinnvolle Alternative.

Die Arbeitsweise der Pumpe wird oft mit einem „umgedrehten Kühlschrank“ versinn-bildlicht. Eine Wärmepumpe befördert Wärme aus der Außenluft, dem Grundwasser oder dem Erdreich ins Haus herein. Hierbei wird die Wärme aus der Umgebung einem Kältemittel zugeführt und verdampft. Mithilfe eines Verdichters wird der Kältemitteldampf komprimiert und die gebundene Energie an den Heizwasserkreislauf abgegeben. Das Kältemittel verflüssigt sich und der Kreislauf beginnt von vorne.

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Wärmepumpen: Luftwärmepumpen, Erdwärmepumpen und Grundwasserwärmepumpen, auch Luft-Wasser-Wärmepumpen, Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen genannt. Luftwärmepumpen können am meisten Wärme pro Kilowattstunde Strom liefern. Sie sind deswegen die günstigste Option für Heizung und Warmwasser.

Klimafreundlich heizen mit Pelletheizung

Bei der Pelletheizung wird die Energie durch das Verbrennen von Holz gewonnen. Diese Technik ist sehr effizient und kann mittlerweile auch vollautomatisch ablaufen, wenn der Betrieb der Anlage auf genormte Pellets eingestellt ist. Der Einbau ist zwar relativ teuer, aber die Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz dafür nachhaltig.

Es gibt zwei Arten der Pelletheizung: einen Pelletkessel oder einem Pelletofen. Beide funktionieren mit gepressten Pellets. Der Unterschied liegt im Einsatz der beiden Heizungen.

Pelletkessel funktionieren wie eine Zentralheizung. Sie versorgen das komplette Haus mit Wärme für Heizung und Wasser. Pelletöfen werden dagegen im Wohnraum aufgestellt und arbeiten wie ein Kamin. Im Vergleich zu Pelletkesseln haben die Öfen oft eine kleinere Leistung.

Damit beide Varianten effizient betrieben werden können, ist in jedem Fall ein Pufferspeicher erforderlich. Er sorgt dafür, dass die Pelletheizung immer im optimalen Leistungsbereich arbeitet. Dabei handelt es sich um einen großen Heizungswasserbehälter, der die Heizungswärme aufnimmt und so lange speichert, bis sie benötigt wird.

Klimafreundlich heizen mit Photovoltaik

Beim Heizen mit Photovoltaik wird Sonnenenergie genutzt. Die Anlagen funktionieren autark, ganz egal welche Heizung im Haus vorhanden ist. Solarzellen produzieren mit der Sonneneinstrahlung Strom, der entweder direkt genutzt oder in Batteriezellen zwischengespeichert wird.

Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen wird bei dieser Stromerzeugung kein CO2 freigesetzt. Der große Vorteil einer Photovoltaik-Anlage ist die Unabhängigkeit von der Strompreisentwicklung.

Wichtig ist eine geeignete Fläche in südlicher, südöstlicher oder südwestlicher Richtung auf dem Dach und ein zusätzlicher Stromspeicher, der nötig ist, um die erzeugte Energie nutzen zu können.

Dabei kann man zwischen Lithium-Ionen- oder günstigeren Blei-Akkus wählen. Lithium-Ionen-Akkus wird eine längere Lebensdauer nachgesagt. Kleinere Akkus, die für private Dachanlagen geeignet sind, kosten zwischen 1.200 bis 1.500 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Bedarf von ca. 5kWp Leistung kommt man damit auf ca. 6.000 – 7.500 Euro.

Klimafreundlich heizen mit wasserführendem Kaminofen

Ein wasserführender Kaminofen ist ein Holzkaminofen, der mit einem Wasserwärme-tauscher kombiniert ist. So kann er die erzeugte Wärme nicht nur in einem Raum, sondern im ganzen Haus verteilen. Der freistehenden Kaminofen wird mit Holz oder Pellets beheizt. Zusätzlich ist er an den Wasserkreislauf der Zentralheizung angeschlossen.

Ein wasserdurchflossener Wärmetauscher zweigt einen Teil der Verbrennungswärme zur weiteren Verwendung ab. Wasserführende Kaminöfen arbeiten sehr effizient und senken so die Betriebskosten einer regulären Heizung. Außerdem sind sie völlig CO2 frei. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass immer genügend Brennholz im Ofen liegt, damit die volle Wärmeleistung erzielt wird.

Soll mit dem wasserführenden Kaminofen die Zentralheizung ersetzt werden, sollte das System mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert werden, damit im Sommer die Sonne die Warmwasserversorgung übernimmt.

Klimafreundlich heizen mit Hybridlösungen

Hybrides Heizen bedeutet, dass zwei Energiequellen zur Wärmegewinnung kombiniert werden. Ein Vorteil dieser Lösung ist, dass eine alte Heizung z.B. bei der Kombination Ölheizung und Wärmepumpe erhalten bleiben kann, da die Wärmepumpe in das ursprüngliche Heizsystem eingebunden wird.

Eine Hybridheizung arbeitet sehr effizient und sparsam. Die brennstoffbetriebene Heizung kommt nämlich erst dann zum Einsatz, wenn beispielsweise die Wärmepumpe nicht genug Wärme liefert.

Solche Systeme werden staatlich gefördert.

Förderungen für klimafreundliches Heizen

Die energetische Sanierung von Häusern wird durch das Klimapaket stärker gefördert.

Bestehende Förderprogramme wurden in diesem Zusammenhang umgestaltet. Dies hat z. B. zur Folge, dass es für den Einbau effizienter Heizanlagen mit erneuerbaren Energien nun eine anteilige anstelle einer festen Förderungssumme gibt.

Unter anderem werden Heizungslösungen mit Gas-Brennwertgeräten in Verbindung mit Solarwärme unterstützt. Gleichzeitig entfallen einige andere Förderungen. Nicht mehr gefördert werden beispielsweise Ölheizungen.

Wird ein veralteter Ölkessel gegen eine klimafreundliche Heizung getauscht, wird man aber dennoch bei der Heizungssanierung durch eine 10-prozentige Austauschprämie unterstützt. Die Prämie wird gezahlt, wenn die Ölheizung gegen eine Hybridheizung, Biomasse- oder Wärmepumpenanlage getauscht wird. Für Heizungen, die ausschließlich erneuerbare Energien nutzen, ergibt sich ein Fördersatz von 45 Prozent, für Heizungen, die sowohl erneuerbare Energien als auch Erdgas nutzen ein Fördersatz von 40 Prozent.

Wenn eine Hybridheizung mit der Kombination Wärmepumpe plus Gas installiert wird, gibt es einen Zuschuss in Höhe von bis zu 30 Prozent des Anschaffungspreises inklusive Installations- und Inbetriebnahme-Kosten.

Sinnvoll ist es in jedem Fall, sich vor dem Heizungstausch von Experten beraten zu lassen.

Welche Heizung die passendste für Geldbeutel und Klima ist, hängt von vielen Faktoren ab, etwa: Alt- oder Neubau, Fußboden- oder Radiatorenheizung, Fläche, Bodengegebenheiten, Sonnenlage und natürlich dem individuellen Nutzungsverhalten.

Weitere Informationen sowie Voraussetzungen für die Förderung finden Sie bei der BAFA: https://www.bafa.de/DE/Energie/Heizen_mit_Erneuerbaren_Energien/heizen_mit_erneuerbaren_energien_node.html

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